Mercosul
Der Mercosul (span. Mercosur) geht auf eine Initiative Argentiniens und Brasiliens aus dem Jahre 1986 zurück, mit der die beiden Volkswirtschaften besser aufeinander abgestimmt werden sollten. Am 26. März 1991 unterzeichneten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay den Vertrag von Asunción, mit dem der gemeinsame Markt, Mercado Comum do Sul (Mercosul), formell gegründet wurde. Die Bildung einer Zollunion, die am 1. Januar 1995 in Kraft getreten ist, gehört zu den wichtigsten Errungenschaften dieser neuen Gemeinschaft.Chile und Bolivien sind seit 1996 bzw. 1997 assoziierte Mitglieder des Mercosul. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen dem Mercosul und der Europäischen Union über den Abschluß eines Freihandelsabkommens. Ende 2002 wurde in der Brasilianischen Botschaft in Berlin das weltweit Erste Gemeinsame Handelszentrum des Mercosul gegründet. Die Institution soll die Export- und Geschäftstätigkeit brasilianischer, argentinischer, paraguayischer und uruguayischer Unternehmen mit deutschen Firmen fördern.
Wer sich in Brasilien mit einem Büro, einer Firma oder einer Fabrik niederlassen möchte, sollte nicht nur den nationalen Markt im Visier haben. Im Zuge der wachsenden Bestrebungen, regionale Zusammenschlüsse zu bilden, haben Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay 1991 die Zollunion Mercosul gegründet, die sich innerhalb der nächsten Jahre zu einem gemeinsamen Markt ohne interne Zoll- und andere Handelsschranken entwickeln soll. Die Attraktivität des Mercosul hat dazu geführt, daß Chile (seit Oktober 1996) und Bolivien (seit Januar 1997) diesem Markt als assoziierte Mitglieder angehören. Auch die Mitgliedsstaaten des Andenpaktes, neben Bolivien sind dies Venezuela, Kolumbien, Peru und Equador, haben bereits Interesse an einem Beitritt signalisiert. Viele Unternehmen wählen Brasilien als Standbein für eine Erschließung der gesamten Mercosul-Region. Dabei kommt ihnen zugute, daß innerhalb dieses gemeinsamen Marktes der Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalfluß von Jahr zu Jahr einfacher und unbürokratischer wird.
Mittlerweile werden fast alle Produkte zwischen den vier Ländern zollfrei gehandelt. Seit Januar 1995 gilt für 85% aller Waren und Dienstleistungen aus Nichtmitgliedsländern ein gemeinsamer Außenzolltarif (Tarifa Externa Comum - TEC), der zwischen 3% und 23% ad valorem schwankt und im Durchschnitt bei 12% liegt. Für Kapitalgüter sowie Erzeugnisse des EDV- und Telekommunikationssektors gelten derzeit noch Sondertarife, die bis 2001 bzw. 2006 angeglichen werden sollen.
Die Integration im Mercosul hat sich besonders positiv auf den intraregionalen Handel ausgewirkt, der sich seit 1991 verfünffacht hat. 1990 war das Handelsvolumen zwischen Brasilien und seinen heutigen Partnerländern (inkl. Chile und Bolivien) nur halb so groß wie der Warenaustausch zwischen Brasilien und den USA. 1998 war der Mercosul zu einem den USA nahezu ebenbürtigen Handelspartner aufgestiegen. Auch für ausländische Investoren hat die Attraktivität der Region zugenommen. Zu den Errungenschaften, die der Mercosul mit sich brachte, zählt insbesondere eine größere wirtschaftliche und politische Stabilität, die zu verbesserten Standortbedingungen in ganz Südamerika führt.
Informationen über die aktuelle wirtschaftliche und soziale Lage in Brasilien können im Internet auf der Homepage des Außenministeriums unter der Adresse www.mre.gov.br abgerufen werden, wo unter “Textos do Brasil” eine Vielzahl von Texten - auch auf Englisch und Spanisch - zu unterschiedlichen Themenfeldern verfügbar ist.
Gemeinsames Handelszentrum des Mercosul
Der Mercosul hat in Berlin sein erstes Gemeinsames Handelszentrum eingerichtet. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojekt. Als der wichtigste Partner des Mercosul in Europa wurde Deutschland für das erste Handelszentrum ausgewählt. Tatsächlich bietet der deutsche Markt hervorragende Absatzchancen für Produkte des Mercosul, sowohl für traditionelle Exportgüter wie Fleisch, Soja und Autoteile als auch für Waren, die im beiderseitigen Handel bisher eine geringe Rolle spielen, z.B. Weine, frische Früchte, Keramikprodukte, Schuhe, Möbel etc.
Das Gemeinsame Handelszentrum des Mercosul wurde am 28. November 2002 in den Räumlichkeiten der Brasilianischen Botschaft eröffnet. Eine Arbeitsgruppe aus Botschaftsmitarbeitern aller vier Mitgliedstaaten (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay) nahm hier ihre Tätigkeit auf. Das Handelszentrum beschäftigt sich zur Zeit vor allem damit, der deutschen Öffentlichkeit ein positives Bild des Mercosul zu vermitteln.