Nachhaltige Entwicklung & Biokraftstoffe
Brasiliens Landfläche ist über 850 Millionen Hektar groß, ein großer Teil davon ist für die landwirtschaftliche Produktion geeignet. Waldgebiete und ihre Artenvielfalt werden hierdurch nicht beeinträchtigt. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen summierten sich 2007 auf 60 Millionen Hektar – und damit lediglich 7% des Staatsgebiets. Weideflächen machen etwa 227 Millionen Hektar aus, 464 Millionen Hektar bzw. 54% der Oberfläche sind von Wäldern bedeckt.
Brasilien ist besorgt über die globale Erwärmung und strebt ein ökologisch nachhaltiges Entwicklungsmodell an. Bereits seit den Siebziger Jahren wurde in die Produktion umweltfreundlicher Energie investiert, heute werden gut 50 Prozent des landesweiten Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Seit beinahe 30 Jahren fördert Brasilien die Herstellung und Nutzung von Bioethanol für Kraftfahrzeuge und behauptete sich gleichzeitig als ein wichtiger Lebensmittelproduzent der Welt. In diesem Zeitraum wurden zudem etwa 800 Millionen Tonnen CO2 eingespart. Durch Bioethanol aus Zuckerrohr werden die Treibhausgasemissionen im Vergleich zu herkömmlichem Kraftstoff um 80% gesenkt. 2007 wurden in Brasilien 22 Milliarden Liter Ethanol hergestellt, das zu über 85% für den Heimatmarkt bestimmt war. Obwohl es nur auf einem Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut wird, deckt Bioethanol 50% der landesweiten Nachfrage nach Kraftstoffen für PKW – der Verbrauch ist somit höher als der von Benzin. Die positiven Auswirkungen des Branchenwachstums sind deutlich sichtbar: 1 Millionen direkte und sechs Millionen indirekte Arbeitsplätze sowie Durchschnittslöhne, die das Doppelte des Mindestlohnes betragen und über 224.000 Geringverdienerfamilien zugute kommen. Das gesamte Investitionsvolumen in der Branche wird bis 2012 die Marke von 30 Mrd. US-Dollar erreichen.