Deutsch- brasilianische Zusammenarbeit
Zusammenarbeit in den Bereichen Wissenschaft,
Technologie und Bildung
Deutschland gehört von jeher zu den wichtigsten Partnern Brasiliens in den Bereichen Wissenschaft, Technologie und Bildung. Brasilien ist wiederum für Deutschland in diesen Bereichen einer der bedeutendsten Partner außerhalb der EU und mit Abstand der bedeutendste auf dem südamerikanischen Subkontinent.
Die neue Dynamik in der wissenschaftlichen, technologischen und bildungspolitischen Kooperation beider Länder beruht nicht nur auf dem Ausbau bereits bewährter Partnerschaften, sondern auch auf der Erschließung neuer Felder der Zusammenarbeit v.a. in der Spitzentechnologie, die auf die jeweiligen Bedürfnisse des Produktionssektors in beiden Ländern abgestimmt sind. Der Schwerpunkt wird dabei auf Biotechnologie, Genomforschung, Informations- und Kommunikationstechnologie, Nanotechnologie, Mikrosysteme sowie Raum- und Materialforschung gelegt. Auch in der Umweltforschung findet ein reger Austausch statt, der stets neue Impulse erhält. Neben der Meeresforschung, wo umfangreiche bilaterale Projekte auf den Weg gebracht werden, beschäftigen sich großangelegte Untersuchungen mit dem Einfluß des Menschen auf die Tropen als Lebensraum. Weitere Dynamik wird die Zusammenarbeit im Umweltbereich auch durch die gemeinsame Entwicklung angewandter Technologien erhalten, beispielsweise zur Erschließung neuer Energiepotentiale, Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien sowie Entwicklung sauberer Produktionsverfahren.
Rechtliche Grundlage für diese rege und intensive Zusammenarbeit zwischen Regierung und Institutionen beider Länder ist das Rahmenabkommen für Wissenschaftliche Forschung und Technologische Entwicklung von 1996. Die alle zwei Jahre tagende Gemischte Kommission für Wissenschaftliche und Technologische Zusammenarbeit ist das zentrale Organ, um neue Leitlinien für mögliche Partnerschaften und gemeinsame Projekte aufzustellen.
Die Kooperation im Bildungssektor verdient besondere Erwähnung, sind doch insbesondere im Hochschulbereich hervorragende Ergebnisse erzielt worden. Davon profitieren derzeit schätzungsweise 1.700 brasilianische Studenten und Hochschullehrer in Graduierten- und Postgraduiertenstudiengängen. In den letzten Jahren hat dieser Austausch, der zunächst fest in das Programm wissenschaftlicher und technologischer Zusammenarbeit eingebunden war, an Eigenständigkeit und Intensität gewonnen, insbesondere seit Gründung der Ständigen Arbeitsgruppe für Zusammenarbeit im Bereich Bildung vor sechs Jahren. Dieser alle zwei Jahre tagende Arbeitskreis ist der Gemischten Kommission für Wissenschaft und Technologie untergeordnet.
In der Bildungszusammenarbeit sind jedoch nicht nur zahlenmäßig Fortschritte zu verbuchen. Auch inhaltlich wurden in den letzten Jahren bei Programmgestaltung und Auswahlverfahren eine Reihe wichtiger Neuerungen erzielt. Universitäten, Forschungseinrichtungen und Privatunternehmen arbeiten eng zusammen und tragen neben der bewährten Begabtenförderung zu einer qualitativen Verbesserung von Lehre und Forschung bei.